Herbst - Vorbild des Loslassens

Spüren Sie, dass etwas nicht mehr in der alten Ordnung ist?

Ein Gefühl von Verwirrtheit und Unbestimmtheit macht sich breit? Kein klares Ziel im Fadenkreuz des sonst geschärften Blickes?

Dann sollten Sie stehen bleiben, im Gehen ist ein Fernrohr nicht leicht neu zu justieren. Innehalten, den Blick schärfen und den Blickwinkel erweitern, die Lage neu erkunden und die Möglichkeiten ausloten.

Manchmal müssen wir Altes loslassen, damit Neues ins Leben kommen kann. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den fallenden Blättern im Herbst, an der aufspringenden Stachelhaut der Kastanie. Weiß der Baum, ob er im Frühjahr neue Blätter austreiben kann? Je öfter er etwas abgestreift hat, umso genauer weiß er, wann er im Frühjahr wieder Knospen ansetzen kann, ohne dass der Frost sie zerstört. Haben Sie auch schon beobachtet, dass ältere Bäume später austreiben?

Innehalten und sich einlassen in die zentralen Fragen des Lebens um Übergänge und Wendepunkte zu meistern. Psychotherapie hilft Ihnen Neues zu wagen, indem Altes in Frage gestellt wird. Neues ist dann neu, wenn man es nicht erwartet hat. Wenn man einen gewissen Überraschungseffekt, einen Unterschied verspürt. Psychotherapie hilft Altes von Neuem zu trennen und stört alte Muster. Wie sonst kann sich etwas verändern, anders werden? Psychotherapie begleitet Sie auch in der Ambivalenz, wenn Sie sich fragen: „Soll ich oder soll ich nicht?“

Sie können bzw. müssen sich selbst entscheiden, wie Sie in Zukunft leben wollen. PsychotherapeutInnen begegnen Ihren Plänen neutral, weder ablehnend, noch zustimmend. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für professionelle Begleitung – Neutralität. Sie sind autonom, Sie entscheiden zwischen zwei prinzipiellen Lösungsmöglichkeiten: Verhaltensweisen werden vollzogen, die bisher unterlassen wurden oder Verhaltensweisen werden unterlassen, die bisher vollzogen wurden.

Dieser Schritt ist der Beginn einer neuen Lebensentwicklung.